Tag 11: "An den modernen Gemälden ist nur noch eins verständlich: die Signatur."
Dieser Ausspruch stammt von Ephraim Kishon. Egal wie er es gemeint hat: ich fasse es positiv auf. Ich mag moderne Gemälde. Aus zwei verschiedenen Gründen.

1.) Auf alten Gemälden sieht man meistens eine Szene. Die einzige Interpretationsmöglichkeit, die bleibt, ist die Frage, weswegen der Künstler diese Szene gemalt hat und was er damit aussagen wollte. Aber ein modernes Gemälde ist schon fast so etwas wie eine Anleitung zum Träumen. MAn erkennt plötzlich Gegenstände/ Tiere/ Personen, die nicht sofort ersichtlich waren, das Gehirn wird ein wenig angestrengt und macht sich eigene Gedanken. Es ist wie der Unterschied zwischen einem Buch und einem Film: die Geschichte ist möglicherweise die Gleiche, aber beim Buch darf man sich die Bilder dazu selbst ausdenken, beim Film sind sie vorgegeben. Man hat sehr viel mehr Freiraum. Ein altes Gemälde nehme ich wahr, bewundere es vielleicht. Aber über ein modernes Gemälde denke ich nach.

2.)Selbst in Aktion treten. Es gibt sehr viele Menschen, die behaupten, sie könnten nicht malen/zeichnen. Meine Musiklehrerin hat letztens gesagt: "Es ist albern zu behaupten nicht singen zu können. Das kann man lernen. Genauso wie das lesen." Der Meinung bin ich - auf das Malen/Zeichnen bezogen- auch. Aber selbst wenn es damit dann doch nicht klappt, gibt es noch eine letzte Möglichkeit in den Genuss des Farbenmischens und -kombinierens zu kommen: Man behaupte einfach, das Produkt der eigenen Kreativität sei moderne Kunst. Und damit bliebe dann das einzig verständliche die Signatur ;-)

Jedes Mal wenn ich zeichnen oder malen kann, fühle ich mich befreit von allen Gedanken, die mich den Rest des Tages belastet haben. Ich konzentriere mich einzig und allein auf die Farben, die Muster... alles andere ist unwichtig und wird verdrängt. Man könnte es fast als eine Art meditativen Zustand auffassen. Es ist unglaublich entspannend.
Wobei entspannt ihr so richtig?

Farbige Grüße,

Missy Alegria




threebluesheeps am 27.Aug 11  |  Permalink
Ich finde deine Gedanken über moderne Kunst toll. Eigentlich mochte ich immer lieber die alten Bilder, warum weiß ich nicht so genau. Ich war diesen Sommer in einer Ausstellung von zwei schwulen älteren Herren, und muss sagen mit der modernen Kunst, die diese Herren betreiben weiß ich nicht das geringste anzufangen. Aber das war ja auch erst der Anfang moderner Kunst für mich.

Ich zeichne bzw. male auch sehr gerne. Wie du es beschreibst so trifft es auch auf mich zu. Ich höre meistens Musik und dann bin ich in einer anderen Welt. Ja - fast ein meditativer Zustand. Für mich ist das auch - neben auf dem Bett lungern, über sachen grübeln und Musik hören das ultimative Mittel zur Entspannung.

Manchmal zeichne/male ich auch einfach so drauf los. Bei meinen Bildern ist es mir nicht so wichtig was entsteht. Das Gefühl beim Malen/Zeichnen steht im Vordergund. Und irgendwie...denke ich mir doch dass ich dabei unterbewusst meine Gedanken ordnen kann - und es beruhigt mich vor allem sehr. Da könnten meine Eltern direkt neben mir streiten - ich würde seelenruhig weiter malen.

Viel Spaß und gutes Gelingen bei baldigen kreativen Ideen :)

missy alegria am 28.Aug 11  |  Permalink
Vielen Dank für deine nette Rückmeldung =) Es freut mich, dass dir das Malen und Zeichnen genauso viel Entspannung und Freude bringt.

Dir ebenfalls noch viel Vergnügen dabei ;-)

Missy Alegria